Im Gespräch mit Lacore

lacore videoLACORE ist eine auf Wirtschaftsrecht spezialisierte Kanzlei im Herzen von Berlin und  konzentriert sich auf Transaktionen, Projekte und komplexe wirtschaftsrechtliche Fragestellungen. Dabei agiert LACORE international und fühlt sich aber Berlin besonders verbunden. Adrian Taylor sprach mit Dr. Arnd Barnitzke, Torsten Heinrich und Dr. Ralf Vogt über Kultur, Arbeit und Perspektiven. Auszüge aus dem Interview in HD Video finden Sie unter www.AssociateNET.de oder Sie scannen einfach den QR Code oben rechts mit Ihrem Tablet oder Smartphone und springen direkt zum Video.

Lacore ist eine relativ junge Kanzlei. Wollen Sie wachsen?
Torsten Heinrich: Wir sind eine Kanzlei, die sich am 01.01.2012 gegründet hat, zunächst mit sechs Gründungspartnern, mittlerweile haben wir bereits im März 2012 einen weiteren Partner von einer großen Kanzlei hinzubekommen, sind jetzt acht Partner und acht angestellte Rechtsanwälte. Wir benötigen weitere Unterstützung, denn unser Geschäft läuft gut und wir würden uns gerne personell verstärken.

Wie sehen Sie die Kultur von Lacore gerade als eine neu gegründete Kanzlei?
Dr. Arnd Barnitzke: Ich glaube sie ist gekennzeichnet durch eine hohe Leistungsbereitschaft. Wir arbeiten alle hart aber wir spüren nicht, dass es harte Arbeit ist, weil es uns allen Spaß macht hier und deswegen sind uns neben den formalen üblichen Kriterien und guten Examensnoten etc., auch menschliche Qualifikationen sehr, sehr wichtig. Wir wollen gerne Mitarbeiter beschäftigen und auch künftige Partner aufnehmen, die als Menschen zu uns passen, die diesen common sense, den wir hier haben, mit tragen. Wir sind der festen Überzeugung, dass die Zusammenarbeit dann besser funktioniert und das ist im Sinne des Mandanten, und was im Sinne des Mandanten ist, ist letztlich auch in unserem Sinne.

Was halten Sie von der vielbeschworenen Work-Life Balance?
Dr. Ralf Vogt: Ein gutes Stichwort. Auch wenn wir sagen, dass wir hart arbeiten, sind wir doch relativ junge Familienväter und uns ist die Freizeit sehr, sehr wichtig. Wir wissen, dass es im Leben sehr viel Wichtigeres als die Arbeit gibt. Aber letzten Endes ermöglicht die Arbeit vieles, oft auch ein gutes Familienleben und deswegen muss wirklich eine „Balance“ hergestellt werden. Wir sehen unser Berufsleben nicht als einen Sprint, sondern wir wissen, dass das mindestens ein Langstreckenlauf sein wird und wenn man einen Langstreckenlauf unternimmt, dann darf man sich am Anfang nicht verausgaben, aber man muss sicherlich am Anfang die Voraussetzungen schaffen, dass man es bis zur Ziellinie schafft und nicht als letzter über die Ziellinie geht. Aber wir achten schon auf die Urlaube, und da liegen wir deutlich über dem gesetzlichen Mindesturlaubsanspruch, denn wir gewähren durchgängig 30 Tage Urlaub. Wir wollen auch, dass der Urlaub genommen wird und wir achten darauf.

Wir schicken Mitarbeiter auch nach Hause, wenn wir das Gefühl haben, dass sie in dem Moment vielleicht nicht mehr an der Spitze ihrer Kreativität tätig sind und wir achten insbesondere bei der Besetzung der Teams darauf, dass wir keine Monobelastung bei einzelnen Personen haben. Das ist uns wichtig. Bei uns wird relativ selten am Wochenende gearbeitet, weil wir das auch ganz klar als eine Zeit der Familie und Erholung sehen und das können auch künftige Bewerber bei uns erwarten und da können sie uns auch in Anspruch nehmen, dass wir zu dem stehen, was wir hier sagen.

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Bleibt da noch Zeit für Weiterbildung?
Dr. Arnd Barnitzke: Wir fördern das. Eine Ausbildung zum Fachanwalt zu einem bestimmten Spezialgebiet ist auf jeden Fall gewünscht, wenn derjenige oder diejenige sich auf einen bestimmten Bereich spezialisieren will. Die dort erworbenen Kenntnisse bringen einen auch weiter im Berufsleben.

Sprechen Sie da aus eigener Erfahrung heraus?
Ja, ich selbst bin Fachanwalt für Steuerrecht, Ralf ist Fachanwalt für Arbeitsrecht und wir können es nur bestätigen, dass in diesen Bereichen die Fachanwaltsqualifikation und dazu führende Fortbildungen doch einiges gebracht haben.

Ist ausgewogene Kultur der Entwicklung nicht auch eine Frage des Austausches?
Torsten Heinrich: Mir persönlich ist es wichtig, dass man mit den jungen Kollegen die Fälle ausführlich bespricht, dass wir ihnen die Kenntnisse, die wir im Laufe unserer langjährigen Tätigkeit erworben haben, weitergeben. Ich bin der Auffassung, dass es ein unschätzbarer Vorteil ist diese Erfahrung mitgeteilt zu bekommen und manchmal viel viel mehr ist als das was man in Lehrbüchern oder auf Seminaren lernen kann. Ich glaube auch, dass das dann das Hauptrüstzeug ist für junge Anwälte, was sie, wenn sie es dann zur Anwendung bringen, absetzt von Anwälten, die ganz alleine auf sich gestellt sind und sie dann besonders wertvoll für die Mandanten und damit für die Kanzlei machen.

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Wie entwickelt sich ein Anwalt in Richtung Partnerschaft? Wie wird das unterstützt? Wie schafft man diese persönliche Entwicklung?
Dr. Arnd Barnitzke: Ich würde sagen, das ist eine Mischung aus verschiedenen Komponenten. Zum einen das, wovon wir vorhin gesprochen haben, die Qualifikation, das Erlernen bestimmter anwaltlicher Fähigkeiten, vielleicht eine gewisse Spezialisierung in gewissen Fachgebieten, mit denen man sich näher beschäftigt. Aber darüber hinaus ist für uns auch besonders wichtig, dass man den jungen Anwälten und Anwältininnen frühzeitig die Gelegenheit gibt, mit dem Mandanten persönlich in Kontakt zu treten, eigene Mandatsbeziehungen aufzubauen und auch zu halten, was von den Partnern nicht verhindert, sondern im Gegenteil gefördert wird. Es ist uns wichtig, den Angestellten die Gelegenheit zu geben eigenes Geschäft aufzubauen, um später auf dieser Basis auch wachsen zu können, nicht nur mit dem Partner gemeinsam, sondern sich selbst etwas aufzubauen. Ich glaube dort erkennt man dann schon, wer das Potential für einen Partner hat. Partner ist eben nicht nur Qualifikation, sondern es geht darum Akquise zu betreiben, Mandatsbeziehungen über Jahre halten zu können, aufzubauen und nicht zu enttäuschen und darüber eine Basis für zukünftiges Geschäft zu schaffen. Und dann ergibt sich eine Partnerperspektive auch von alleine. Bei uns dreien, die wir alle aus der gleichen Kanzlei kommen, hat sich diese Art des Geschäftsaufbaus als positiv bewahrheitet. Wir sind alle aus eigener Kraft Partner geworden, weil wir irgendwann so stark geworden sind, dass es keine Alternative dazu gab.

Bild5Dr. Ralf Vogt: Das ist das Ergebnis eines langen Prozesses und am Beginn knüpfen wir an der Ausbildung an. Ich glaube das zeichnet uns auch aus. Wir sind eben bereit, junge Kollegen in einem Fall oder in einem Mandat an die Hand zu nehmen, ihnen zu zeigen wie man es erfolgreich bearbeitet. Berufseinsteiger bekommen bei uns sehr frühzeitig unmittelbaren Mandantenkontakt. Das ist sicherlich eine Herausforderung für junge Berufsanfänger, aber je häufiger man es macht, um so erfahrener wird man. Das ist letztlich die wichtigste Grundlage, um später auch als Partner erfolgreich sein zu können. Anwaltsbusiness ist People Business und wer es eben nicht schafft seine exzellenten fachlichen Voraussetzungen, wir sagen „die PS auf die Straße zu bringen“, der kann bei uns auch glücklich werden, aber der wird wahrscheinlich größere Schwierigkeiten haben den Partnerweg zu beschreiten.

Aber der Weg steht ihm offen, wir nehmen ihn an die Hand, wir führen ihn sozusagen an das Anwaltsgeschäft heran und er hat den Vorteil, hier den Mandanten zugeführt zu bekommen und gemeinsam mit uns neue Mandate angreifen zu können und Mandate auszubauen.

Das Ziel muss es sein, dass er selber sein eigenes Dezernat so ertragreich und erfolgreich aufbaut, dass er zusätzliche Arbeit generiert. Da spüren wir in gewisser Weise auch eine gewisse Verantwortung. Wir sehen Partner partnerschaftlich, der Partner trägt eben auch eine wirtschaftliche Verantwortung. Wir überlegen, bevor wir jemandem eine wirtschaftliche Verantwortung übertragen, was letztlich auch wirtschaftliches Risiko heißt, ob die Person das Zeug dazu hat dieses wirtschaftliche Risiko einzugehen. Das sind sehr ernsthafte Gespräche, die wir da führen und deswegen sagen wir nicht jedem „ja“. Aber ich bin der festen Überzeugung, wer es wirklich will, der schafft das.